15. August 2017 – Kosmetik-Täschchen – die zweite…

… und letzte 😀 !!!

Wo war ich stehengeblieben? Ah ja, die Erdbeeren 🍓🍓🍓 sind fertig – bleibt nur die Frage wohin damit? Richtig – auf den weißen Streifen 😉 !

Also hab‘ ich die kleinen Scheißerchen 😉 eben da drauf genäht…

zwei Erdbeeren

🍓

…und bevor die Erdbeere rundherum befestigt war vorher noch ein bisschen ausgestopft. Ich glaub‘ du kannst gut erkennen, dass die linke Beere deutlich praller ist als die rechte.

🍓

 

Danach musste ich nur noch die Seitennähte schließen, den Reißverschluss einnähen und schließlich einfüttern – M I T  D E R  H A N D 😖👎, weil mein altersschwaches Billig-Maschinchen es einfach nicht gebacken kriegt (Miststück 😉 !!!). Und hier nun das Endergebnis:

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Jetzt hab‘ ich endlich ein Schminktäschchen, in das ich all‘ meine lieb gewonnenen, kleinen Helfer 😉 hineinbekomme 😀 😀 😀 ! Hätte mir auch mal früher einfallen können!

Und weil ich den Reißverschluss irgendwie öde fand, habe ich ihn noch ein bisschen aufgepimt. So sieht er hübscher aus und ich kann ihn besser greifen.

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Dafür habe ich einfach zwei Blätter gehäkelt (siehe 3D – Kirsche ) und am Zipper befestigt.

Abschließend noch ein Blick ins Täschchen…WP_20170713_017

… weil ich es brav eingefüttert habe 😉 !

Nächste Woche geht’s mit meinem neuen „Projekt“ weiter, das allerdings wieder deutlich aufwendiger wird. Ich hab‘ keine Ahnung, ob ich alles so hinbekomme, wie ich’s mir vorstelle – aber bis jetzt hat es ja eigentlich immer geklappt, wenn auch von dezenten Wutanfällen, hier und da aufflammender Resignation oder beschwingten Freudentänzchen begleitet… Aber so ist es halt, wenn man sich alles selbst ausdenkt 😉 !!!

Bei uns ist heute Feiertag und es verspricht auch noch ein sehr sonniger 🔅 zu werden. Ich denke da werde ich mich mal wieder schön entspannt in der Sonne aalen – den imposanten Bügelberg gekonnt ignorierend – mir meinen Kindle schnappen und, von Hund und Katz‘ umringt, bis zum Pupillenstillstand lesen 📖. Das ist neben dem Handarbeiten nämlich meine zweite große Leidenschaft ❤!

In diesem Sinne wünsche ich dir eine schöne Woche – hoffentlich bis ganz bald ☺❤🍓!

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10. August 2017 – Erdbeer-Applikation

ErdbeereWie versprochen stelle ich heute die Anleitung zum Häkeln der Erdbeer-Applikation ein. Da ich mich nach wie vor zu den Häkelanfängern zähle, habe ich zwar immer eine genaue Vorstellung wie das Endergebnis aussehen sollte, nur hapert es leider an der Umsetzung. Ich habe schlicht noch zu wenig Grundwissen, um mich einfach hinzusetzen und mal ’ne Erdbeere zu „wuppen“. In diesen Fällen ist das Netz wirklich außerordentlich hilfreich. Und schließlich, nach echt langem Suchen, habe ich was passendes entdeckt. Leider finde ich den Link für die kostenlose Anleitung nicht mehr und da ich sowieso ein paar Veränderungen vorgenommen habe, stelle ich heute eben meine ganz persönliche Anleitung ein. Na, denn ma‘ los 😉 !

 

Abkürzungen

LM – Luftmasche

fM – feste Masche

WLM – Wendeluftmasche

KM – Kettmasche

hStb – halbes Stäbchen

… und mehr braucht es auch nicht!

 

Anleitung Erdbeere:

Du beginnst quasi unten und schlägst als erstes 3LM an, danach häkelst du wie folgt:

Reihe 1: 2fM, 1WLM

Reihe 2: In jede fM der Vorreihe 2 fM häkeln, 1 WLM => 4 fM

Reihe 3: die 1. und letzte Masche der Vorreihe verdoppeln, 1 WLM => 6 fM

Reihe 4: 6 fM, 1 WLM

Reihe 5: die 1. und letzte Masche der Vorreihe verdoppeln, 1 WLM => 8 fM

Reihe 6 und 7: 8fM, 1 WLM

Reihe 8: die ersten und letzten 2 Maschen zusammenhäkeln, 1 WLM => 6 fM

Reihe 9: 6 fM, 1 WLM

Reihe 10: wie Reihe 8 => 4 fM

Du befindest dich jetzt in der oberen linken Ecke und umhäkelst nun die ganze Erdbeere mit festen Maschen. Damit sich die Erdbeere danach nicht wellt, musst du speziell die „Eckmaschen“ verdoppeln. Sollte das nicht reichen, kannst du auch noch mal an den Seiten eine Masche verdoppeln. Ich musste es mal so und mal so machen. Ist eben Handarbeit und deswegen fallen die Beeren eben unterschiedlich aus 😉🍓.

Anleitung Blätter und Stiel:

Du schlägst 5 LM an und behäkelst diese danach mit 1 KM, 1 fM, 1 hStb und wieder einer KM (1. Blatt).

Von diesem Punkt aus, schlägst du wieder 5 LM an und arbeitest genau wie beim ersten Blatt (2. Blatt).

Und noch mal dasselbe für’s 3. Blatt!

Jetzt sind die 3 Blätter schon mal fertig. Fehlt nur noch der Stiel. Nachdem du das 3. Blatt beendet hast, häkelst du nun 6 LM und behäkelst diese mit 5 KM. Jetzt noch eine KM ins erste Blatt und du bist fertig!

Wenn du den Faden nun schön lang abschneidest, kannst du damit die Blätter direkt auf die Erdbeere nähen.

Ganz zum Schluss habe ich dann noch 8 Perlen aufgenäht, die die Samen symbolisieren sollen. Du kannst aber auch einfach was aufsticken oder ganz darauf verzichten.

🍓🍓🍓🍓🍓 F E R T I G 🍓🍓🍓🍓🍓!

Guten Appetit ☺☺☺!

Schüssel mit Erdbeeren verlinkt mit: RUMS , maschenfein und fannys liebste

08. August 2017 – Schminktäschchen

Dieser Blogpost ließ leider ein bisschen auf sich warten. Aber ich war dezent „abgelenkt“ – und das kam so…

Vor einigen Tagen sitze ich an meinem Schreibtisch und surfe verträumt ein bisschen vor mich hin. Du musst wissen, dass mein Arbeitszimmer das erste ist, das nach Betreten des Hauses vom Flur abgeht. Ich sitze also wie gesagt völlig entspannt da rum, als ich plötzlich aus dem Augenwinkel einen meiner Kater registriere, der irgendwie komische Geräusche von sich gibt. Also drehe ich mich um, dem Geräusch Sherlock-Holmes-mäßig auf der Spur 😉 . Und was macht mein Kater? Ach nur saufen! S A U F E N ??? Wieso saufen??? Der Napf steht doch gar nicht hinter der Haustür. Stimmt!!! … trotzdem konnte mein Kater aus dem bereits erstaunlich großen See saufen, der sich im Haus gebildet hatte. Daraufhin war nix mehr mit „entspannt“ oder „verträumt“!!! Ich geriet mördermäßig in Wallung, einmal um den See schnellstmöglich trocken zu legen und zum zweiten heraus zu bekommen, warum wir demnächst im Haus diese hüfthohen Angler-Gummistiefel statt bequemer, unerotischer Hauspuschen tragen müssen. Lange Rede – kurzer Sinn… Es stellte sich heraus, dass unser Regenwasserkanal verstopft ist (also der in den das Fallrohr der Regenrinne mündet) und da wir auch einen Schacht direkt vor der Haustür haben (warum auch immer!!!), lief dieser bei starkem Regen wegen des Rückstaus blitzschnell voll Wasser. Tja und wenn er ganz voll war, lief er eben über … leider direkt ins Haus! Selbstverständlich hatten wir danach viele Gewitter mit noch mehr Niederschlag, so dass der Gatte und ich im Dauereinsatz waren. War echt Kacke und ließ uns sofort unruhig werden, sobald sich wieder dunkle Wolken am Horizont bildeten!!! Von „das-Haus-für-mehrere-Stunden-verlassen“ mal ganz zu schweigen. Erst gestern war der Kanal-Fritze da (hat sich mächtig Zeit gelassen, der Gute … und bestimmt kein Haussee-Problem) und der wird jetzt hoffentlich bald effektiv aktiv 😀 ! So, getz‘ abba weiter im Text…

Nach Fertigstellung meiner Tasche „giant cherry“ hatte ich immer noch 50 Gramm der roten Wolle und ein klitzekleines bisschen der creme-farbenen übrig. Und da ich auf dem „Ich-verbrauche-cool-mal-Restwolle“-Trip war, sollte eben dieser Rest auch noch weg. Für was kleines, hübsches …

Ich verreise sehr gerne. Und was ich als Frau natürlich immer dabei haben muss, ist mein Schmink-Arsenal. Man macht sich ja auch gerne mal ausgehfein 😉 ! Leider waren alle Schminktäschchen, die ich mir übrigens auch hin und wieder von unseren Reisen mitbringe (hier schließt sich ganz offensichtlich der Kreis 😉 ), immer zu klein. Nicht dass du glaubst ich schleppe geschätzte 12 Kilo Schminkzeugs mit mir rum, aber ich bevorzuge Schminkpinsel mit langem Stiel und benutze losen Gesichtspuder, der ja bekanntlich in einer deutlich dickeren Dose als der Kompaktpuder in den Handel gelangt. Und speziell diese beiden kleinen Helfer haben entweder listig herausgelugt oder passten, wie im zweiten Fall, erst gar nicht hinein. Und das hat mich eben genervt… ich hab‘ schon gern alles ordentlich beisammen 😉 ! Dementsprechend war der nächste Gedankengang nicht unbedingt eine intellektuelle Höchstleistung…

… ein auf meine Bedürfnisse zugeschnittenes Schminktäschchen musste her …

Also habe ich erst einmal einen entsprechend großen Lappen gehäkelt…

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… und zwar einfach nur mit festen Maschen. Wenig spektakulär – dafür schön einfach 😀 ! Dieser Lappen soll dann in der Mitte gefaltet werden, sodass oben – sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite ein breiter, weißer Rand entsteht. Und da mir der krasse Übergang von rot zu weiß nicht so gefallen hat, hab‘ ich mal ein ganz einfaches, grünes Spitzenband gehäkelt und darauf genäht.

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Für dieses Band habe ich einfach eine genügend lange Luftmaschen-Kette angeschlagen und danach eine Reihe feste Maschen gehäkelt. Dann den Faden abschneiden und noch mal von dergleichen Seite loshäkeln. Diesmal im Wechsel eine feste Masche, vier Luftmaschen, eine feste Masche auslassen und solange wiederholen bis nix mehr geht, d.h. das Ende der Reihe erreicht ist. Fertig 😀 !

Du kannst dir vielleicht denken, dass ich den weißen Rand nicht ohne Hintergedanken fabriziert habe. Der ist natürlich nur Grundlage für eine Verzierung. Wie ich in einem meiner letzten Blogposts erwähnt habe, war ich völlig unvorbereitet einer Art Kirschwahn verfallen. Dementsprechend sollten da ursprünglich auch Kirschen drauf. Da aber mein nächstes Projekt nur so von Kirschen 🍒 wimmeln wird und ich dich und mich nicht langweilen möchte, habe ich mich für…

… Erdbeeren 🍓🍓🍓🍓🍓🍓🍓🍓…

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… entschieden. Crazy, oder 😉 ! Ich brauchte aber nicht nur eine, sondern genau acht Stück und …

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… die sind auch schon fertig.

Natürlich stellte sich am Anfang wieder die „Erdbeeren-schön-und-gut-aber-wie“-Frage, woraufhin ich mal wieder wie eine Geisteskranke im Netz recherchiert habe und auch diesmal fündig geworden bin. Wie immer habe ich, meinem Geschmack entsprechend, leicht abgewandelt bis ich zufrieden war. Falls dir diese Erdbeer-Applikation gefällt schau‘ einfach am Donnerstag noch einmal vorbei… dann stelle ich die Anleitung dafür ein 😀 !

In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Tag 🍓🔅🍓!

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27. Juli 2017 – Kirsche häkeln

Wie bereits in meinem letzten Blogpost erwähnt, habe ich immer noch etwas Wolle übrig und werde daraus noch was Hübsches „basteln“. Aber bevor ich damit beginne, schließe ich meine Tasche „giant cherry“ 🍒 ab, indem ich die Anleitung des letzten Details abharke… Muss ja schließlich alles seine Ordnung haben 😉!

Damit meine ich die kleinen 3D-Kirschen…

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…die an den Seitenteilen baumeln:

Tasche Seite Logopng

Anleitung für eine kleine 3D-Kirsche

Abkürzungen:

fM = feste Masche

KM = Kettmasche

HLM = Hebeluftmasche

WLM = Wendeluftmasche

Stb = Stäbchen

Beginnen wir mit den Kirschen…

Runde 1: Du beginnst damit in einen Fadenring 6 fM zu häkeln und schließt danach den Ring mit einer KM

Runde 2: In jede Masche der Vorrunde häkelst du jetzt 2 fM => 12 fM, Runde mit einer KM schließen

Runde 3: 1 HLM, dann verdoppelst du nur jede 2. fM der Vorrunde => 18 fM, Runde mit einer KM schließen

Runde 4: 1 HLM, 18 fM häkeln

Runde 5: 1 HLM, 18 fM häkeln

Runde 6: 1 HLM, 18 fM häkeln, danach die Kirsche auf links drehen

Runde 7: 1 HLM, 1 fM und die nächsten beiden fM der Vorrunde zusammenhäkeln. Das ganze wiederholst du 6 mal => 12 fM, Runde mit einer KM schließen

Runde 8: genauso wie die Vorrunde arbeiten => 6 fM, Runde mit einer KM schließen.

Jetzt müssen die Kirschen nur noch prall gefüllt werden, entweder mit Watte oder Wollresten und wenn sie so richtig schön vollgestopft sind, werden sie oben zusammengezurrt und die Fäden vernäht.

Danach verbindest du die beiden Kirschen mit einer beliebig langen LM-Kette in der Farbe „grün“. Das werden nämlich die Stiele. Bleiben nur noch die Blätter…

Blätter häkeln:

Schritt 1: 7 LM + 1 WLM anschlagen

Schritt 2: In diese kleine LM-Kette häkelst du nacheinander 1 fM, 1/2 Stb, 3 Stb, 1/2 Stb, 1 fM und 1 WLM

Schritt 3: Die Rückreihe (in diesem Fall die andere Seite der gleichen LM-Kette) häkelst du genauso.

Bevor du die Fäden vernähst, bringst du die beiden Blätter an der „Stiel-LM-Kette“ an. Was dann noch an Fäden übrig bleibt, wird vernäht und F E R T I G sind die Kirschen 🍒🍒🍒!

Ich wünsche dir einen schönen, hoffentlich etwas sonnigeren Tag 🔅🍒🌷!

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18. Juli 2017 – Tasche „giant cherry“

Ich schicke meinem heutigen Blogpost mal entspannt voraus, dass es diesmal viele Bilder und wenig Text gibt. Alle „Erfolge“ bei der Fertigung dieser Tasche wurden, beginnend mit dem 20. Juni, bereits wortreich, alle „Niederlagen“ ebenso wortreich, allerdings mit leichter Tendenz zum Selbstmitleid 😉 , dokumentiert!

Zum allerersten mal habe ich mich an einer Handtasche versucht – wie immer ohne jede Vorlage oder Anleitung – und bin mit dem Ergebnis echt zufrieden 😀 ! Und da ist sie – meine Tasche „giant cherry“ 🍒:

Tasche auf Hocker

Eine mittelgroße, gehäkelte Handtasche mit relativ langem Schulterriemen (ich trage meine Taschen gerne quer über die Schultern und relativ lang herunterhängend).

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Der „Hingucker“ ist natürlich die große Kirsche auf der Taschenklappe, aber ich habe mir noch ein paar weitere Details einfallen lassen. Da wären zunächst einmal die kleinen frei baumelnden Kirschen, die ich auf die Befestigung des Trageriemens an den grstreiften Seitenteilen „montiert“ habe…

Tasche Seite Logopng

… und natürlich die beiden Schmetterlinge, die beim Tragen der Tasche oben auf der Schulter sitzen. Einmal in Großaufnahme…

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… und einmal ganz klein… Und weil sie so klein sind, zeige ich mal mit einem dicken Pfeil drauf 😉 ! Mit dem Finger soll man ja nicht 😉 !

Tasche Pfeil

Außerdem hat die Tasche einen richtigen Taschenboden, eine Verstärkung der Taschenklappe und ist komplett eingefüttert…

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…und zwar mit der H A N D, weil ich es mit der Nähmaschine nicht hingekriegt habe!

Solltest du an der kompletten Entstehungsgeschichte der Tasche interessiert sein, schau‘ die einfach meine Blogposts beginnend mit dem 20. Juni an 🙂 ! Hm, 20. Juni ist gar nicht so lange her – ging doch schneller als ich gedacht hätte 😉 !

Die Tasche ist fertig! Ich hab‘ immer noch Wolle übrig – da geht noch was 😉 !

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13. Juli 2017 – Schmetterling häkeln

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Der Vollständigkeit halber haue ich heute die Häkelanleitung für den Schmetterling raus 😉 ! Soviel schon einmal zu Beginn: Er ist nicht das Ergebnis einer nervigen „Versuch-Aufribbeln-Neuer-Versuch-Dauerschleife“, sondern die Anleitung dazu gab’s mal für „noppes“ bei talu . Natürlich habe ich wie immer hier und da etwas verändert, aber ich selbst wäre nie auf die Idee gekommen einen Schmetterling so anzugehen. Da ich sie jetzt nicht mehr gefunden habe, stelle ich sie heute ein (also nicht die Original-Talu-Anleitung sondern mein „Derivat“ 😉  ).

Häkelanleitung Schmetterling

Abkürzungen:

fM = feste Masche

KM = Kettmasche

Stb = Stäbchen

Zunächst einmal musst du so eine Art Blume über 5 Runden häkeln und zwar wie folgt:

Runde 1: In einen Fadenring häkelst du mit der Farbe „weiß“ 3 LM (die ersetzen ein Stb), 1 Stb, 2 LM, 2 Stb, 2 LM und wiederholst diese „2 Stb – 2 LM“ – Geschichte so oft bis du insgesamt 8 Einheiten hast.

Runde 2: Jetzt häkelst du 3 LM (als Ersatz für ein Stb), 3 LM, und 2 Stb in den Luftmaschenbogen der Vorrunde, dann wieder 3 LM, 2Stb in den Luftmaschenbogen der Vorrunde. Das machst du solange bis du ganz rum bist und häkelst zum Abschluss eine KM in die 3. LM dieses anfänglichen Ersatzstäbchens.

Runde 3: Zu Beginn dieser Runde wird erst einmal die Farbe gewechselt. Soll ja schön bunt werden. Dann häkelst du wieder 3 LM als Ersatz für ein Stb und darauffolgend 2 Stb, 3 LM, 3 Stb in den Lustmaschenring der Vorrunde. Diese „3 Stb-3 LM-3Stb-Geschichte wird ebenfalls insgesamt 8 mal gehäkelt. Auch diese Runde wird mit 1 KM in die 3 LM des Rundenanfangs geschlossen.

Runde 4 : Und wieder die Farbe wechseln (oder auch nicht – muss ja nicht ganz so bunt werden). In dieser Runde werden einfach jeweils 12 Stb in den Luftmaschenbogen der Vorrunde gehäkelt. Auch hier insgesamt 8 mal.

Runde 5: Wieder in Farbe „weiß“ in jeden Maschenkopf der Vorrunde 1 fM häkeln.

Nachdem du die Fäden vernäht hast, sieht das Ganze dann so aus… wie ein Schmett… äh, eine Blume:

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Nee, also „Schmetterling“ wäre jetzt nicht meine allererste Assoziation 😉 ! Aber wenn du das Blümchen in der Mitte faltest, dann kommst du der Sache schon näher:

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Tipp: Wenn du wie ich die kräftigen Farben  mit „weiß“ umrandest wirken sie noch knalliger. Weiß hebt eben 😉 !!

So, jetzt fehlt nur noch der Körper. Ich habe ihn braun gemacht, weil Schmetterlinge in meiner Vorstellung einen braunen Körper haben.

Körper häkeln:

Der ist wirklich ganz einfach. Du häkelst 26 LM und arbeitest anschließend 5 fM in die vorletzte, die 25. LM. In die folgenden 5 LM wird je 1 KM gehäkelt. Damit ist der erste Fühler fertig. Jetzt schlägst du an dieser Stelle 7 neue LM an (für den 2. Fühler), die genauso abgearbeitet werden wie der erste. Wenn du wieder an der Ausgangsluftmaschenkette (dem eigentlichen Schmetterlingskörper) angekommen bist, häkelst du einfach in jede verbleibende LM eine fM. Abschließend musst du den Körper um die Mitte der zur Hälfte gefalteten Blume legen und festnähen – F E R T I G !!!

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Ich finde, dass das echt eine schöne Applikation ist, mit der man so manches aufpeppen kann.

Anmerkung: Wenn ich mir das hier nochmals durchlese, hört sich die Anleitung doch deutlich komplizierter an, als  sie in Wirklichkeit ist. Sollten also noch Fragen auftauchen, please don’t hesitate to contact me 😀 !!!

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende mit viel 🔅!

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11. Juli 2017 – Der Schultergurt…

…oder Trageriemen (oder wie immer das Teil auch heißen mag) meiner Tasche „giant cherry“  sollte im Gegensatz zum Korpus gestrickt sein. Also habe ich 20 Maschen der grünen Wolle angeschlagen und ein 1,30 Meter langes Band glatt rechts gestrickt. Wie jeder weiß, der schon einmal gestrickt hat, rollt sich ein solches Band an den Seiten ganz doof zusammen. Aus diesem Grund habe ich die beiden Ränder zusammengenäht und so eine Art Schlauch erhalten (der sich kein bisschen rollt 😀 !).

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In diesen Schlauch habe ich wieder ein „pupsnormales“ Schleifenband gegen das Längen eingezogen …

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…und gut sollte es sein! War´s aber nicht!!! Das Band rutschte hin und her (ist einfach zu glatt) und der gute Schultergurt selbst verzog sich immer wieder. Also musste ich den ganzen Käse der Länge nach an beiden Seiten absteppen. Da sich meine Nähmaschine aber konsequent weigerte diesen Part zu übernehmen, durfte ich 2,60 Meter mit der Hand absteppen. Das hatte ich mir auch ganz doll gewünscht 😉 ! Aber irgendwann war ich damit fertig und konnte den Riemen mit 5 cm Überlappung an die Seitenteile der Tasche nähen. Hab‘ ich auch getan…

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…konnte aber natürlich so nicht bleiben. Also habe ich kleine weiße Läppchen gehäkelt und darüber genäht.

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Besser 😀 !!! Da geht aber noch was 😀 ! Doch zunächst einmal musste ich was gegen den „Gähnfaktor“ des Schultergurts unternehmen. Und da habe ich mir das…

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…ausgedacht. Gar putzige, knallbunte Schmetterlinge – ganz bewusst farblich von der Tasche abgegrenzt. Sollen sie doch brav ins Auge springen 😉 ! Und diese kleinen Flattermänner habe ich auf den Schultergurt „montiert“ und zwar so, dass sie tatsächlich auf bzw. kurz unterhalb der Schulter sitzen. Und das sieht dann so aus…

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…und ist doch sweet, oder?

So, bald ist das Ding fertig! Nur noch ein Detail für’s Täschchen und abschließend einfüttern. Ich befürchte, dass ich da auch wieder sehr viel mit der Hand machen muss, weil sich meine alte Nähmaschine bestimmt wieder verweigern wird (das Miststück 😉 !!) Aber das Zusammennähen von relativ grober Häkelarbeit und Baumwoll-Futter ist tatsächlich ein bisschen problematisch – zumindest für uns beide – meine Maschine und mich 😉 !

Das war’s für heute – nächste Woche ist die Tasche fertig!

Ich wünsche dir einen schönen Tag 🌹🌼🌻🌷🔅!

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06. Juli 2017 – große Kirsche häkeln

So, heute werde ich mal die Häkelanleitung für die große Kirsche auf der Frontklappe meiner Handtasche „giant cherry“ einstellen. Sie besteht aus drei Teilen – der eigentlichen Kirsche, dem Blatt und dem Stiel.

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…und los geht’s 😀 !

Kirsche häkeln

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Abkürzungen:

fM = feste Masche

KM = Kettmasche

HLM = Hebeluftmasche

Stb = Stäbchen

DStb = Doppelstäbchen

 

Arbeitsanleitung:

  1. In einen Fadenring häkelst du 5 fM, ziehst diesen Ring dann leicht zusammen und schließt ihn mit einer KM.
  2. Du beginnst die nächste Runde mit einer HLM, verdoppelst dann jede der ursprünglichen 5 M => 10 M und schließt mit einer KM
  3. Wieder mit einer HLM beginnen und danach jede 2. fM verdoppeln => 15 M – Runde wieder mit einer KM schließen
  4. HLM, jede 3. fM verdoppeln => 20 M, 1KM
  5. HLM, jede 4. fM verdoppeln => 25 M, 1KM
  6. HLM, jede 5. fM verdoppeln => 30 M, 1KM (ist eine ziemlich verwirrende Zählerei 😵!)
  7. Danach 4 Runden über die 30 Maschen häkeln, dabei jede Runde mit einer HLM beginnen und einer KM beenden.

Zur Ausarbeitung wird die Kirsche mit Watte oder Wollresten ausgestopft. Damit sie richtig schön prall wird, musst du allerdings einen Boden einarbeiten. Auf der Suche nach dafür geeignetem Material bin ich über eine überflüssige Heftbox gestolpert. Das Plastik war weder zu dick noch zu dünn und jetzt hat diese Heftbox kreisrunde Löcher 😀 !

WP_20170622_003 (2)Ich habe die Plastikscheiben von hinten auf das Füllmaterial gelegt und dann alles ordentlich verzurrt 😉 ! Kurz bevor ich ganz fertig war, habe ich noch mal ordentlich Watte nachgelegt – bis echt nix mehr rein ging – und den Boden dann ganz verschlossen.

Nicht schön, aber hält und sieht eh keiner 😉 !

 

Stiel stricken

Der Stiel geht ganz einfach – dazu habe ich nur eine genügend lange „Wurst“ mit der „Liesl“ gestrickt!

Blatt häkeln

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Das Problem beim Häkeln des Blattes war, dass ich zwar eine genaue Vorstellung hatte, aber aufgrund meiner häkeltechnischen doch eher eingeschränkten Möglichkeiten nicht wusste, wie ich das in Maschen umsetzen sollte. Also habe ich wild recherchiert und bin schließlich auf crazypatterns fündig geworden. Nach kleineren Abwandlungen habe ich hier die Anleitung für dich:

  1. In einen Fadenring häkelst du nacheinander 5 LM, 6 DSt, 3 LM, 6 DSt, 5 LM und schließt das ganze mit einer KM. Nachdem du den Ring leicht zugezogen hast
  2. häkelst du 5 fM um die 5 LM der ersten Runde, 6 Stb in die 6 DStb, dann 3 DStb, 3 LM und 3 DStb in den Luftmaschenbogen der Vorrunde, 6 Stb in die 6 DStb und schließlich wieder 5 fM in die 5 LM. Auch die 2. Runde wird mit einer KM geschlossen.
  3. Du beginnst die 3. Runde mit einer HLM und setzt dann in jeden Maschenkopf eine fM. Dabei wird jede 4. Masche verdoppelt damit sich das Blatt zum Schluss nicht wellt. In den Luftmaschenbogen der Blattspitze häkelst du 1 fM, 3 LM und 1 fM. Nachdem du auch diese Runde mit einer KM abgeschlossen hast bist du…

…fertig 🏁 !!!

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Jetzt nur noch die Einzelteile auf dem gewünschten Untergrund zusammenfügen und festnähen. Fertig ist die „giant cherry“ 🍒 😃.

Verlinkt mit RUMS und HäkellineWP_20170628_003 (2)

04. Juli 2017 – Die Taschenklappe…

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Für die- oder denjenigen, der über creadienstag , hand made on tuesday , Dienstagsdinge oder maschenfein hier gelandet ist, erkläre ich im folgenden, wofür ich die Kirsche brauche.

 

…sollte cremeweiß werden – Korpus rot, Seitenteile rot-weiß gestreift – ergo Taschenklappe weiß! Während ich entspannt vor mich hin häkelte, machte ich mir Gedanken, wie ich denn die Taschenklappe verzieren sollte. Blümchen gehen bei mir eigentlich immer – könnten ja diesmal so richtig bunt sein! Aber Blümchen hatte ich nun wirklich en masse gehäkelt. Wäre nicht schlecht mich mal an etwas anderem zu probieren. Dann setzte folgender Gedankengang ein. Was ist den rot – so schön satt rot? Fliegenpilz, Marienkäfer (hatte ich gerade erst), Herz – nee, farblich zu eintönig! Was ist zum Henker kirschrot? Und dann setzte ich zu einer intellektuellen Höchstleistung an: Kirschrot sind… Kirschen 🍒!!! Nach dieser schier unglaublichen Erkenntnis setzte eine solche Ideenflut ein, dass es mich fast von der Couch gespült hätte 😉 !!! Nicht nur für die Tasche, sondern auf eine Vielzahl neuer Projekte bezogen. Da wird in Zukunft einiges auf dich zukommen – 🍒-technisch gesehen 😉 !

Aber eins nach dem anderen. Zunächst einmal musste die Taschenklappe fertiggestellt werden, und da ist sie…

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…halbrund und da sie sich immer schäbig eingerollt hat, musste ich sie hier noch auf ein Kissen spannen. Aber ich werde geeignete Maßnahmen ergreifen, um sie noch in Form zu zwingen 😀 !

Hier die entsprechende Häkelschrift:

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Danach habe ich die Taschenklappe mit dem Futter verstürzt und damit sie schön stabil wird, ebenfalls verstärkt. Dafür habe ich einen Halbkreis aus so einer Art Plastik-Heftbox herausgeschnippelt und zwischen Futter und Oberstoff geschoben. Jetzt rollt sich da gar nix mehr ein – wäre ja auch noch schöner gewesen 😉 !

Jetzt ging es an die Kirschen. Ich wollte nicht viele, kleine sondern nur eine einzige, richtig fette Kirsche schön mittig auf die Taschenklappe zimmern… und natürlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt keinen blassen Schimmer wie. Aber ich hatte einen Namen für das „Kind“ – „giant cherry“ 🍒 wird die Tasche fortan heißen. Keine Ahnung warum ich so eine Schwäche für Anglizismen habe, aber für mein Ohr hört sich „giant cherry“ klingender an, als „fette Kirsche“ 🙂 !

Ich brauchte dementsprechend halbrunde Kirschen, weil ich sie gerne ein bisschen plastisch hätte, große Blätter und natürlich den Stiel. Den würde ich wieder mit der Strickliesl anfertigen, das war schon mal klar aber für den Rest musste ich eine Menge recherchieren, ausprobieren und allem voran aufribbeln. Ich habe so viel geribbelt, dass selbst ich, die Tiefenentspannte, leichte Anflüge von ungehemmter Zerstörungswut verspürte 😉 !

Aber schließlich habe ich es doch hingekriegt – wäre doch gelacht gewesen 😀 !

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Ich habe gelernt, dass das Häkeln dieser 3-dimensionalen Körper „Amigurimi“ heißt und es gibt Menschen, die wirklich alles mit Hilfe dieser Häkeltechnik nachbilden können. Es bleibt mir ein völliges Rätsel, wie man dazu in der Lage ist, fehlt mir doch leider das Gen, das räumliches Denken ermöglicht 😉 !

Jetzt hatte ich also meine roten Halbkugel-Kirschen, die ich auch brav mit Watte ausstopfte, aber leider hatte ich keinen „Boden“ und aus diesem Grund wollten die kleinen Scheißerchen nicht richtig prall werden. Wer will denn bitte schön „schrömmelige“ Kirschen? Also hab‘ ich mir mal wieder was einfallen lassen. Noch mal her mit der bereits verstümmelten Heftbox und zwei Kreise ausgeschnitten. Jetzt hatte ich meinen Boden, den ich nur noch irgendwie befestigen musste!

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Es gibt zwar Schöneres, bedeutend Schöneres sogar, aber es erfüllt seinen Zweck und sieht doch sowieso keiner 😉 !

Jetzt musste ich meine Kirsch-Einzelteile nur noch auf die Taschenklappe nähen…

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…und zufrieden sein 😀 !

Aber natürlich war ich nicht zufrieden!!! Der Rand hat mir nicht gefallen. Also noch mal her mit der „Strickliesl“ und ein 90 cm langes Band fabrizieren. Dann die Klappe an den Taschenrücken nähen und die ganze Chose mit dem Band einfassen.

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Besser 😀 !!!

Und zusammen mit Korpus und Seitenteilen sieht’s so aus:

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Ja, jetzt sieht’s schon ordentlich nach „Tasche“ aus 😉 …

…und nächste Woche geht’s mit dem Schultergurt weiter. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein solcher Trageriemen in der Regel recht langweilig daher kommt. Aber auch hierfür habe ich mir einen kleinen „eyecatcher“ einfallen lassen.

In diesem Sinne wünsche ich dir eine schöne Woche und bis bald 🍒 😀 🍒!

27. Juni 2017 – Das Taschenfutter…

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Für alle die über creadienstag , hand made on tuesday , Dienstagsdinge oder maschenfein auf meinen Blog aufmerksam wurden geht’s hier zu meinem Pullover „big dots“ oder ihr lest einfach weiter. Momentan arbeite ich an einer Handtasche.

 

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…besteht aus einem Baumwollgewebe und muss selbstverständlich genäht werden. Das Nähen ist nicht so meins – ich habe seit Jahrzehnten ein eher ambivalentes Verhältnis dazu. Und das kam so…

Ich bin Diplom-Ingenieurin der Textil-Technik (damals hieß das noch so!). Vor Beginn dieses Studiums musste ich zunächst einmal ein 3-monatiges Grundpraktikum in der Textil- oder Bekleidungsindustrie ableisten. Eine ortsansässige Bekleidungsfirma war schnell gefunden. Während des Vorstellungsgesprächs wurde mir in Aussicht gestellt, dass eben jenes Praktikum zusammen mit den Auszubildenden in der Lehrwerkstatt durchgeführt werden sollte. Cool 😎 – ich würde nähen lernen! Kann ich schließlich immer mal gebrauchen.

An meinem ersten Arbeitstag wurde ich also der Ausbilderin, einer Schneidermeisterin, vorgestellt. Grundgütiger, ich werde das nie vergessen!!! Sie hieß Fräulein Pille (eine bittere wie sich bald zeigen sollte :mrgreen: ), und war eine alleinstehende Mittvierzigerin mit sehr hellem Teint, tiefschwarz gefärbten Haaren und knallrot geschminkten Lippen. Sie erinnerte mich ein bisschen an ein etwas in die Jahre gekommenes Schneewittchen. Während des ganzen Gesprächs gönnte sie mir nur einen einzigen, giftigen Blick, der nichts Gutes erahnen ließ.

Mir wurde also ein Arbeitstisch zugewiesen und… das war’s!!! Ich wurde weder den anderen Azubis vorgestellt noch bekam ich eine irgendwie geartete Einweisung. Zugegeben, man braucht nicht zwangsweise ein abgeschlossenes Studium der Quantenphysik, um einen Industrienäher zu bedienen, aber ein paar erklärende Worte wären schon hilfreich gewesen. Ganz offensichtlich hatte mich Fräulein Pille vom ersten Augenblick an nicht unbedingt in ihr kleines, verschrumpeltes Herzchen geschlossen. Unfassbar, ich war 19 Jahre alt!

Da saß ich nun also vor dem Näher, mit ähnlicher Ratlosigkeit wie neulich vor der Overlock, und beäugte zurückhaltend die Maschine und meine Mitstreiter. Blieb mir also ganz offensichtlich nichts anderes übrig als mir das Nähen durch „trial and error“ und das Abgucken von den anderen selbst beizubringen. Zwei Wochen ging das so. Das einzige zu dem sich Fräulein Pille dann und wann herabließ, war, in ihrem immer schneeweißen Kittel einer Chefärztin gleich, kurz an meinem Arbeitsplatz vorbei zu rauschen, um mir eindrucksvoll zu verdeutlichen, wie jämmerlich meine Nähversuche seien. Nein, sie mochte mich definitiv nicht!

Um das an dieser Stelle mal ganz deutlich zu machen, ich war nicht die Einzige, die sie so unfreundlich und herablassend behandelte. Aus meiner heutigen Sicht, war sie die Personifizierung der Ungeliebten (manchmal entsprechen Klischees eben doch der Wahrheit 🙂 ) und schnauzte, bis ins Mark frustriert, einfach alle durch die Bank an. Alle… mit Ausnahme ihres Lieblings – der Klassiker eben! Was die ganze Sache nicht unbedingt erleichterte war die Tatsache, dass ich schon in jungen Jahren kein Mensch war, der Ungerechtigkeiten stillschweigend und klaglos hinnahm. Also wehrte ich mich verbal (obwohl ich ihr auch als sehr friedliebender Mensch lieber eine geknallt hätte 😉 ) und schloss fatalerweise die anderen in meine Verteidigungsplädoyers mit ein. Au Backe – schwerer Fehler! Denn nun stand ich nicht nur ganz alleine da, nein ich war in den Augen von Fräulein Pille innerhalb von kürzester Zeit zum Fleisch gewordenen Antichristen avanciert. Und jetzt war definitiv Schluss mit lustig! Schluss mit dem lächerlichen „vor-mich-hin-Nähen“! Schluss mit „vorlaut-sein“! Ich solle jetzt mal produktiver sein und so stellte sie mir einen Ständer mit Blazern (aus der Produktion!!!)nebst einem Haufen Futter hin. Ich starrte sie fassungslos an. War das jetzt ihr Ernst? Ich sollte die Blazer EINFÜTTERN? I C H 8-0 ??? – ein Näh-Anfänger, der in ihren Augen größte Dilettant unter Gottes Sonne! Weißt du wie schwierig das ist? Also um es mal vorweg zu nehmen, ich hab’s total verkackt… und weiß bis heute nicht wie man einen Blazer einfüttert 😉 !

Zeitgleich trug sich folgendes zu: Der Sommer meines Praktikums war ungewöhnlich heiß. Wochenlange Temperaturen um die 30 Grad ließen die Mitarbeiter stöhnen oder auch einfach gleich umfallen. Speziell, die an der Vlieseline-Presse – die fielen reihenweise um. Es fielen so viele um, bis keiner mehr übrig war.

Kurze Erklärung: Vlieseline ist, wie der Begriff schon vermuten lässt, ein einseitig mit Kleber versehenes Vlies, das zur Stabilisierung von zum Beispiel Kragen und Revers auf die linke Seite des Oberstoffs aufgebracht wird. Das geschieht mit großen Druck und der dafür notwendigen Hitze, die den Kleber verflüssigt und damit auf dem Gewebe fixiert.

An besagter Presse werden die zu verstärkenden Teile zusammen mit der Vlieseline auf ein kurzes Fließband gelegt, auf dem sie dann in die Maschine gelangen. Das hat zur Folge, dass ein solcher Arbeitstag auch bei normalen Temperaturen sehr heiß und extrem „stinkig“ ist. Du kannst dir sicher vorstellen, welche Dämpfe da träge durch die Gegend wabern, wenn der Kleber verflüssigt wird. Und dieser Umstand rief Fräulein Pille auf den Plan. Sie hatte von dem Problem an der Presse gehört und die passende Lösung in Form des „Näh-Vollpfostens“ direkt bei der Hand.

Und so kam es, dass ich die verbleibenden 2 1/2 Monate meines Praktikums, dank meines ganz offensichtlich äußerst stabilen Kreislaufs, an dieser Presse verbrachte. Jetzt stell‘ dir doch mal vor, ich hätte das nicht gemacht. Diese alles überragende Erfahrung Vlieseline deckungsgleich auf den Oberstoff zu klatschen… da hätte ich mein Studium ja gleich schmeißen können 😉 !

Jetzt kennst du den Grund dafür, warum das Nähen, trotz meiner Passion für’s Handarbeiten, von mir nur in Ausnahmefällen praktiziert wird. Aber vielleicht hat das Aufschreiben dieser kurzen Episode meiner Vergangenheit ja einen therapeutischen Wert 😉 und ich werde von dieser Sekunde an wie eine Verrückte nähen. Nö, wohl eher nicht 😀 !!! Aber das Schreiben an sich hat mir wie immer viel Spaß gemacht!

Zurück zum Futter…

Es ist rot-weiß gepunktet und hat dieselben Maße wie der Taschenkorpus (wäre ja auch blöd wenn nicht 😉 !). Nach meinem Sieg über die Overlock-Maschine sieht es so aus…

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Zum Fotografieren habe ich es verstürzt – eingenäht wird es natürlich von den anderen Seite. Und weil’s am Ende doch gut lief habe ich mich dazu hinreißen lassen auch noch ein kleines Seitentäschchen aufzunähen.

Der Taschenboden wird nach dem Einfüttern in die Tasche eingelegt. Er ist ebenfalls umfüttert…

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… kann aber bei Bedarf durch einen rückwärtig eingearbeiteten Schlitz entnommen werden. Ist aber eigentlich gar nicht nötig, denn er kann mit gewaschen werden.

Kleiner Tipp: Auf der Suche nach dem passenden Material für einen Taschenboden bin ich schließlich bei einem von diesen flexiblen Schneidebrettern gelandet. Die sind schön stabil und überleben sogar die Spülmaschine. Da kratzt sie ein mäßig temperiertes Bad in der Waschmaschine nicht im mindesten 🙂 .

Bevor ich das Taschenfutter jetzt aber einnähen kann, musste ich zunächst einmal die Seitenteile verstärken. Ich möchte nämlich nicht, dass die Seitenteile, an die ja der Trageriemen angebracht wird, bei Belastung längen.

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Du siehst hier die linke Seite des Seitenteils. Wenn später das Futter darüber kommt, wird dieses kleine Helferlein nicht mehr sichtbar sein. Das Band an sich ist ein stinknormales Schleifenband, das man in jedem Drogeriemarkt kaufen kann. Vor dem Einnähen habe ich mich davon überzeugt, dass es beim Waschen nicht ausblutet. Habe ich schon erwähnt, dass die Tasche maschinenwaschbar sein wird? Ist auch wichtig, denn die Taschenklappe wird cremeweiß und aus diesem Grund mit Sicherheit im Laufe der Zeit einschmutzen. Aber mit der Taschenklappe, dem eyecatcher dieses „Projekts“ beschäftige ich mich erst im nächsten Post…

Dann schau‘ doch einfach wieder rein 😀 ! Bis dahin wünsche ich dir eine schöne Zeit 🔆!