Notebook-Hülle „Fliegenpilz“

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Anleitung für eine Notebook-Schutzhülle

Material:

  • 200 gr Rainbow Cotton 8/8 in Farbe 059 (dunkelrot)
  • 100 gr Rainbow Cotton 8/8 in Farbe 023 (grasgrün)
  • 50 gr Rainbow Cotton 8/4 in Farbe 002 (natur)
  • 50 gr Rainbow Cotton 8/4 in Farbe 059 (dunkelrot)

Maschenprobe:

  • ungewaschen: 21 R ≈ 10 cm   /   20 M ≈ 10 cm
  • gewaschen:      22 R ≈ 10 cm   /   20,3 M ≈ 10 cm

Anmerkung: Das ist MEINE Maschenprobe und wenn du etwas wirklich Passendes machen willst, MUSST (Nix „magst du“ oder „darfst du“ … du musst 😉 !!!) du eine machen. Is‘ doof … hilft aber nix 😉 ! Ich rate dir zudem auch dringlichst dazu deine Maschenprobe zu waschen – im Fall von Baumwolle schön in der Maschine mit allem Drum und Dran. Baumwolle schrumpft beim ersten Waschen extrem und da alle Dinge, die ich mache einfach in die Waschmaschine geknallt werden können, muss der Schnitt unbedingt mit einer bereits gewaschenen Garnprobe gemacht werden. Ich persönlich finde nichts frustrierender als mit vollem Elan ans Werk zu gehen, zusätzlich beschwingt durch die Vorstellung wie toll das aussehen wird, wenn’s mal fertig ist unddann nach spätestens einer Wäsche festzustellen, dass das mit Herzblut gefertigte Teil nicht passt. Also erspare dir das und mach‘ artig eine Maschenprobe … dann gibt’s auch ein Eis 😉 !

Nachdem das alles erledigt ist, misst du dein Notebook aus. Meins ist 31 cm breit und 22 cm hoch (inklusive Tiefe … damit meine ich die Dicke des Notebooks). Dementsprechend musste ich 63 Maschen anschlagen, brauche noch zwei zusätzliche für die Seitennähte und eine Wendeluftmasche.

Und los geht’s …

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… mit dem ersten Teil 🙂 !

Mit Nadelstärke 3½ in Farbe „dunkelrot“ der dickeren Rainbow Cotton 65 Maschen plus 1 Wendeluftmasche (= 66 M) anschlagen und insgesamt 97 R feste Maschen häkeln.

Noppen

Beginnend in Reihe 4 die weißen Noppen einhäkeln. Eine Noppe besteht aus 5 zusammen abgemaschten Stäbchen. Die erste Noppe wird in die 5. feste Masche gehäkelt und mit der feineren Rainbow Cotton in Farbe „natur“ und Nadelstärke 3 gearbeitet, weil ich die Noppen nicht ganz so wuchtig haben wollte. Zwischen den Noppen liegen 7 feste Maschen. Also arbeitest du die Noppen in Masche 5, 13, 21, 29, 37, 45, 53 und 61. Wichtig ist, dass du den weißen Faden beim Häkeln der dunkelroten festen Maschen mit einarbeitest (geht beim Häkeln ja prima), so dass du keine Spannfäden auf der Rückseite hast. Danach häkelst du 4 Reihen feste Maschen in dunkelrot, bis sich die nächste Noppenreihe ankündigt. Die zweite Noppenreihe wird versetzt gearbeitet. Also kommen die Noppen in Masche 9, 17, 25, 33, 41, 49 und 57. Ich habe bewusst 4 Reihen dazwischen gewählt, damit der weiße mitgeführte Faden immer auf der richtigen Seite ist. Im Detail sieht das dann so…

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… aus.

Nach der 97. Reihe wird der Faden abgeschnitten und das erste und aufwendigste Teil ist fertig.

Jetzt geht’s mit dem grünen Teil …

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… weiter. Auch das besteht nur aus festen Maschen wird von oben gearbeitet und ist etwas schmaler als der Korpus.

Taschenklappe

Für die Taschenklappe schlägst du in der Farbe „grasgrün“ und ebenfalls mit Nadelstärke 3½ 57 M plus eine Wendeluftmasche (= 58 M als Luftmaschenkette) an und häkelst 12 R feste Maschen. Danach beginnst du mit den Abnahmen wie folgt:

Beginnend mit Reihe 13 nimmst du beidseitig in jeder Reihe je 1 M ab. Ich habe tatsächlich die Randmaschen abgenommen, obwohl das nachher sehr „treppenförmig“ aussieht. Aber bei so vielen Abnahmen würde sich das Teil, wenn sie aus der laufenden Reihe abgenommen würden, unschön verziehen und nicht mehr richtig flach liegen. Nachdem du nur noch 3 M übrig hast, wird der Faden in R 39 abgeschnitten. Abschließend habe ich die schrägen Ränder noch einmal mit festen Maschen umhäkelt um die „Abnehm-Stufen“ zu kaschieren. Damit ist auch das zweite Teil fertig 🙂 !

Als nächstes habe ich die Taschenklappe mit Picots in Farbe „natur“ umhäkelt.

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Du kannst ein Picot – oder auch „Mausezähnchen“ – auf vielfältigste Art und Weise arbeiten. Ich persönlich kenne sie noch aus dem Schulunterricht, als wir Topflappen mit eben diesen Mausezähnchen umhäkeln mussten. Ich habe dafür übrigens damals eine „6“ bekommen, weil meine Topflappen winzig klein und dreieckig waren. Irgendwie waren mir da wohl die Randmaschen durch die Lappen gegangen 😉 ! Aber eine 6er-Bewertung finde ich auch heute noch … sagen wir mal … unangemessen streng! Schließlich hatte ich doch zumindest etwas zur Benotung abgeben können. Das war beileibe nicht immer der Fall 🙂 ! Hatte ich schon erwähnt, dass ich das Fach „Textiles Gestalten“ in der Schule gehasst habe. Ach herrje, Tante Strickwahn gerät gerade wieder ins Labern … darum schnell zurück zu den Picots 🙂 !

Du beginnst an einer beliebigen Stelle der Umrandung und häkelst eine feste Masche, drei Luftmaschen, eine feste Masche in die erste Luftmasche und danach eine feste Masche in die übernächste Masche. Das wiederholst du so oft bis du ganz rum bist. Und schon ist die Umrandung fertig 😀 😀 😀 !

Jetzt geht’s an die …

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… Fliegenpilz-Applikationen! Obwohl die wirklich einfach zu häkeln sind, ist ihre Ausarbeitung sehr aufwendig. Aber nun zuerst einmal zur …

Anleitung Fliegenpilz-Applikationen

Warte, ich hole sie erst einmal ein bisschen näher heran …

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Obwohl die Pilze unterschiedlich groß sind, habe ich sie alle mit derselben Wolle und der gleichen Maschenanzahl gehäkelt. Jetzt fragst du dich vielleicht zurecht: „Und wie soll das gehen???“ Eigentlich ganz einfach, indem ich die Wolle …

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… spleiße. Die „Rainbow Cotton 8/4“ ist – wie der Name schon vermuten lässt – ein 4-fädiger Zwirn und den „drüssele“ ich jetzt einfach auf, d.h. je nach Pilzgröße nehme ich einmal den ganzen Faden (4-fädig), oder eben nur zwei oder drei davon. Ein einzelner geht nicht, weil Baumwolle im Gegensatz zu z. B. Schurwolle einen sehr kurzen, glatten Faserstapel hat. Dadurch hat sie unverzwirnt wenig Festigkeit und reißt sehr schnell. Aber sobald zwei Fäden miteinander verzwirnt sind, lässt sie sich gut verarbeiten. Hm ja … hier ist eindeutig wieder die Textil-Ingenieurin mit mir durchgegangen 😉 ! Also ignorier‘ den ganzen Sch*** und merke dir einfach nur: 2, 3 und 4 geht … 1 geht nicht 😉 !!!

Tipp: Du wirst die Wolle niemals spleißen können, wenn du dir vorher nicht ein genügend langes Stück abschneidest, weil der Drall durch’s Verzwirnen nach unten entweichen können muss!

So, jetzt aber wirklich zur Anleitung, die für alle Pilze gleich ist …

In einen Fadenring mit Farbe „rot“ 4 Luftmaschen, 11 Doppelstäbchen, 4 Luftmaschen und eine Kettmasche häkeln. Den Faden abschneiden. Danach mit Farbe „natur“ in denselben Fadenring 4 Luftmaschen, 2 Doppelstäbchen, 4 Luftmaschen und eine Kettmasche häkeln. Auch den weißen Faden abschneiden, den Fadenring zusammenziehen und alle 4 Fäden vernähen. Is‘ nicht schön, muss aber sein 😉 !

große Pilze: 4-fädig – Nadelstärke 2½

mittlere Pilze: 3-fädig – Nadelstärke 2

kleine Pilze: 2-fädig – Nadelstärke 2

Jetzt steckst du die fertigen Pilze ganz nach Belieben auf der Taschenklappe fest und nähst sie danach mit durchsichtigem Nähgarn auf. Das ist wichtig, denn wenn du die Tasche aufklappst, willst du ja nicht die ganzen Vernähfäden sehen. Und wie du siehst …

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… sieht man, außer dem Magnet-Druckknopf, tatsächlich nix 🙂 !

Nachdem alle Pilze aufgenäht sind, verzierst du sie noch mit Perlen, die du ebenfalls mit durchsichtigem Nähgarn aufnähst. Ich habe dafür 4-mm-Wachsperlen und diese ganz kleinen Dinger (ich weiß absolut nicht, wie die heißen) verwendet.

Nachdem du damit fertig bist, wird die Taschenklappe leicht überlappend an die Rückseite des Korpus‘ …

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… genäht. Überlappend deswegen, weil die Klappe dann besser schließt. In einem letzten Arbeitsschritt schließt du die Seitennähte und bringst einen Magnetdruckknopf an.

F E R T I G 😀 😀 😀 !!!

Notebook-Bumper